Kundgebung am Sportplatz Raitersaich
Foto: Klaus Grieninger

15.08.2021
Eine Nacht mit ICE-Werk

750 Besucher bei Kundgebung am Sportplatz Raitersaich

Rund 750 Personen sind der Aufforderung der Interessengemeinschaft www.nichtschonwieder-raitersaich.info am Samstag, 14.08.2021 zu einer Kundgebung gegen das in der Gegend geplante ICE-Werk gefolgt. Die Veranstaltung bei Raitersaich war die letzte und wohl die beeindruckendste in einer Serie von Kundgebungen, die bereits an den beiden anderen zur Debatte stehenden Standort­alternativen Müncherlbach und Heilsbronn stattgefunden haben. Die Veranstaltung vermittelte das Flair eines Volksfestes - es gab Musik, Getränke und Bratwurstsemmeln -, wären da nicht überall großflächige Plakate und Banner sowie die vielen Schilder und T-Schirt-Aufschriften der Besucher, die unmiss­verständlich eine Forderung zum Ausdruck bringen: Wir wollen das ICE-Werk weder in Raitersaich, noch sonstwo.

Während die Besucher je nach Gusto feierten oder diskutierten, konnten sich Politiker und Funktionsträger bei einer Busrundfahrt über das betroffene Gebiet mit den örtlichen Gegebenheiten und den zu erwartenden Problemen der Werks­ansiedlung vertraut machen. 

Traktordemo nach knapp zweistündigem Redemarathon

Kernpunkt der Veranstaltung waren Ansprachen zahlreicher Politiker und Interessens­vertreter aus den betroffenen Kommunen, Landkreisen, Stimmbezirken und Organisationen. Die Forderungen ziehen einen Bogen von Totalverweigerung, alternativen Standort­­vorschlägen bis Neuplanungen auf Bahngrund oder Industriebrache, sowie mit reduziertem Flächenbedarf.

Die befürchteten Auswirkungen des ICE-Werks sind vielschichtig:
Verlust wertvoller Wälder (u.a. Kirchenwald Buchschwabach) und landwirt­schaftlicher Nutzflächen, vermehrte Hochwasser­gefahren durch Flächen­versiegelung, Lärm und Lichtemissionen, Überforderung kommunaler Einrichtungen der Wasserversorgung und Abwasser­entsorgung, Verkehrszunahme, Überlastung der S-Bahnstrecke u.v.m.

 

 

 

Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein Konvoi aus annähernd 80 Traktoren, die hupend und mit aufgeblendeten Scheinwerfern über eine Länge von ca. 400m einen Eindruck der zu erwartenden Dimensionen der Züge im geplanten ICE-Werk vermitteln sollte.


 

Entsprechend einer Pressemitteilung der Bahn vom 03.09.2021 geht die Standortvorauswahl nun in die nächste Runde mit den verbliebenen Standortalternativen MUNA Feucht, dem Bereich südlich der MUNA sowie dem Standort Allersberg/Pyrbaum/Roth.

Die sechs weiteren Alternativen, darunter Raitersaich, Müncherlbach und Heilsbronn scheiden als ungeeignet aus.